- Published on
Bilge im Weserstadion
- Authors
- Name
- Bilge Cakmak
Mein erstes Stadionerlebnis
Eine kleine Schreibübung auf Deutsch – über mein erstes echtes Fußballspiel im Stadion.
Offen für etwas Neues
Am vierten Oktober letzten Jahres hat mein Freund Burhan mich zu meinem ersten Fußballspiel im Stadion mitgenommen!
Es war eine sehr besondere Erfahrung für mich. Früher dachte ich immer, dass Fanatismus etwas Schlechtes ist. Ich weiß nicht, warum ich Fanatismus direkt mit Stadionbesuchen verbunden habe.
Aber ja, zu dieser Zeit war unsere Beziehung mit Burhan noch sehr frisch. Wir waren erst seit fast zwei Monaten offiziell zusammen. Sie wissen ja, wie es am Anfang läuft.
Man schilderte einander seine Vorlieben, Gewohnheiten und Routinen.
Er hat alles mit mir geteilt. Burhan erklärte mir, dass er diese Spiele oft mit seinen Arbeitskollegen besucht. Er war so aufgeregt, als er von diesen Spielen erzählte, dass ich es unbedingt mit ihm erleben wollte.
Es war Zeit, offen für Neues zu sein. Ich musste diese Atmosphäre einfach sehen.
Ein Heimspiel in Bremen
Da wir in Bremen wohnen, war es ein Heimspiel von Werder Bremen im Weserstadion.
Aber wir waren sehr überrascht, wie kompliziert alles wurde! Wir hatten einen sehr komplizierten Plan. Burhan ist großzügig, er hat die Tickets gekauft. Das Spiel begann um 15:30 Uhr, doch unser Vormittag war sehr chaotisch.
Ich war eigentlich von meiner Nachbarin Caro zu einem Brunch eingeladen worden.
Burhan arbeitet als Fahrtleiter offshore auf einem Schiff. Da wir uns nicht oft sehen, sage ich in seiner ersten Woche an Land oft meine Pläne ab oder ändere meine Routinen für ihn.
An diesem Tag wollten wir sowohl Schals kaufen als auch pünktlich sein. Es regnete, obwohl wir gehofft hatten, dass die Sonne scheinen würde. Wir mussten unsere Vorbereitungen in letzter Minute treffen.
Und ja, spontan zu sein ist nicht meine stärkste Stärke.
Schals, Regen und Fashion-Polizei
Er hatte erwähnt, dass die Zuschauer oder die Fans im Stadion ihre Schals hochhalten, die Arme ausbreiten und Lieder singen würden.
Er sagte, er kauft uns zwei Schals!
Aber ich bin eine kontrollierende „Fashion-Polizistin“, was ich trage, ist mir wichtig! Ich wollte mir meinen Schal selbst aussuchen.
Zusätzlich zu allem hatten wir einen typischen „Schietwetter“-Tag, wie man hier im Norden sagt.
Ich dachte, wir könnten die Schals vor dem Brunch kaufen, aber der Verkehr und die chaotische Auswahl im Sportgeschäft haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Ich habe den Brunch leider eine halbe Stunde vorher abgesagt – das war sehr unhöflich von mir.
Es ist dieser typische Zyklus: Wenn er vom Schiff zurückkommt, sage ich meine Pläne ab. Mittlerweile ist es besser, aber ich vermisse meine Routinen manchmal noch.
Vielleicht liegt es an der Sehnsucht oder unseren impulsiven Persönlichkeiten. Wir machen das immer noch, aber heute zum Glück seltener. Zumindest haben wir das Problem erkannt.
Im ersten Sportgeschäft fanden wir keinen Schal, kauften aber einen Regenmantel für ihn. Erst im zweiten Laden wurden wir fündig. Nach diesem chaotischen Einkaufsbummel gingen wir endlich zum Spiel.
Im Stadion
Anfangs war ich enttäuscht darüber, wie schlecht wir die Planung kommuniziert hatten.
Schlecht behandelter Planungs- und Kommunikationsprozess!
Aber dann kam die Atmosphäre des Spiels, die Kollegen und die Erfahrung, in so einer ungewohnt positiven Umgebung zu sein.
Wir haben gesungen und die Schals hochgehalten!
Werder Bremen hat eins zu null gegen St. Pauli gewonnen. Mbangula schoss das Tor in der zweiten Minute, weshalb die Stimmung großartig war.
Was mich überrascht hat
Nach dem Spiel bin ich mit Burhans Kollegin Hiske zur Toilette gegangen. Neben dem Spielerlebnis war ich auch von Hiske beeindruckt.
Obwohl sie eine Mutter ist und viele Verpflichtungen hat, konnte sie den Moment voll genießen. Anstatt nur an ihre Aufgaben zu denken, war sie ganz im Spiel versunken.
Das hat mich sehr beeindruckt.
Während wir Mädels anstanden, haben die Jungs Bier gekauft. Wir haben noch gemeinsam getrunken und uns dann verabschiedet.